Kompetenzfeld · 02

Agentic Automation

Automatisierung ist kein einzelnes Werkzeug, sondern eine Familie von Disziplinen. Die Kunst liegt darin, das richtige Werkzeug für den richtigen Schritt zu wählen — und sie zu einem stimmigen System zu verbinden. KI-Agenten sind dabei die Kirsche auf der Torte: mächtig, aber nie das alleinige Werkzeug.

Die fünf Disziplinen, mit denen ich arbeite

Low-Code / No-Code

Visuell zusammensteckbare Anwendungen und kleine Prozesse, oft direkt von der Fachabteilung gebaut. Stark, wenn IT-Ressourcen knapp sind und schnelle Lösungen gefragt sind — schwach für unternehmensweite oder hochregulierte Prozesse.

Workflow Automation

Das Rückgrat der Prozesslandschaft. End-to-End-Steuerung mit Audit-Trail, ideal für strukturierte, wiederholbare Abläufe wie Genehmigungen, Onboarding oder Antragsprozesse.

Robotic Process Automation

Software-Roboter, die Bildschirme bedienen wie ein Mensch. Stark dort, wo es keine API gibt — als Brücke zwischen Systemen, die sonst manuell gefüttert werden. Idealerweise Übergangstechnik, nicht Endzustand.

Intelligent Document Processing

Dokumente lesen wie ein Mensch — Rechnungen, Verträge, Lieferscheine. OCR, Machine Learning und Large Language Models extrahieren auch unstrukturierte Inhalte zuverlässig.

Decision Management

Geschäftsregeln aus Code herauslösen und für Fachexperten editierbar machen. Wertvoll bei häufig wechselnden oder regulierten Regeln — Tarifierung, Bonität, Compliance.

KI-Agenten — die Kirsche auf der Torte

Ein Agent kennt das Ziel einer Aufgabe und sucht selbständig den Weg dorthin. Er nutzt die oben genannten Werkzeuge — startet einen Workflow, ruft eine Decision Engine, lässt einen RPA-Bot etwas tun, liest ein Dokument via IDP — und entscheidet, wann er an einen Menschen übergibt.

Wichtig: Ein Agent ersetzt nicht die anderen Disziplinen. Er orchestriert sie. Wer einen KI-Agenten baut ohne sauberen Workflow, ohne klare Entscheidungslogik, ohne strukturierte Daten, baut auf Sand. Genau deshalb beginnt eine seriöse Agenten-Implementierung mit den Grundlagen — und endet beim Agenten, nicht umgekehrt.

Mein Vorgehen beim Agentenbau

Was Agentic Automation nicht ist

Kein Ersatz für saubere Datenstrukturen, klare Prozesse oder gute Mitarbeiter. Ein Werkzeug, das gut funktioniert, wenn die Voraussetzungen stimmen — und das schlecht funktioniert, wenn man hofft, damit chronische Probleme zu kaschieren. Diese ehrliche Einordnung gehört für mich zum Handwerk dazu: zu erkennen, wann ein Use-Case reif für einen Agenten ist und wann nicht.