Kompetenzfeld · 01
Bevor automatisiert wird, muss klar sein was automatisiert werden soll — und vor allem was nicht. Ich gehe an Prozesse heran wie ein Architekt an ein Gebäude: tragende Strukturen, verborgene Engstellen, Potenziale für eine elegante Neuordnung.
Eine Prozessanalyse beantwortet drei Fragen, bevor irgendwer einen Knopf drückt: Wo gehen heute Zeit, Geld und Aufmerksamkeit verloren? Welche Schritte tragen tatsächlich zur Wertschöpfung bei – und welche existieren nur, weil sie schon immer existiert haben? Und: Welche Teile eines Prozesses sind reif für Automatisierung, welche brauchen noch eine Hand?
Ich kombiniere beide Methoden, abhängig von Datenlage und Kultur. Strukturierte Interviews liefern den Kontext, das Warum, das implizite Wissen — sie zeigen den Prozess, wie Menschen ihn tatsächlich leben. Process Mining liefert die objektive Realität: Aus den Log-Daten der beteiligten Systeme rekonstruiere ich, wie der Prozess wirklich läuft — inklusive aller Schleifen, Workarounds und Sonderfälle, die niemand mehr auf dem Schirm hat.
Erst die Kombination ergibt das vollständige Bild. Interviews allein sind schöngefärbt; Mining-Daten allein verstehen den menschlichen Kontext nicht.
Eine Analyse ist nur so wertvoll wie das, was danach passiert. Damit Prozesse nicht in einer Folienhülle versanden, fließen Ergebnisse idealerweise in ein professionelles Prozessmanagement-Tool — einen zentralen Ort, an dem Prozesse modelliert, dokumentiert, versioniert und kontinuierlich weiterentwickelt werden. So entsteht ein lebendiges Prozessbild, das mit dem Unternehmen wächst, statt beim nächsten Audit hektisch wieder ausgegraben zu werden.
Welches Tool im Einzelfall passt, hängt von Unternehmensgröße, Anforderungen an Modellierungstiefe, Compliance und Integration ab. Ich arbeite Tool-agnostisch — denn das beste Werkzeug ist immer das, das tatsächlich gepflegt wird.
Ein schlanker, lesbarer Bericht — keine 80-Seiten-Folienschlacht. Konkrete Vorschläge mit erwartetem Effekt, geschätztem Aufwand, Risiken und Abhängigkeiten. Eine priorisierte Liste, die auch ohne mich weitergeführt werden kann.
Prozessanalyse ist für mich kein Selbstzweck und auch keine IT-Beschaffung, sondern ein strategisches Werkzeug. Besonders spannend wird es dort, wo erste Automatisierungs- oder KI-Versuche nicht den erwarteten Effekt hatten — meist liegt die Ursache nicht in der Technologie, sondern im darunterliegenden Prozessverständnis.
Bitte gib das Passwort ein, um den Inhalt freizuschalten.